Grünes Licht für gesunde Ernährung?


NutriScore als Einkaufshilfe
Grünes Licht für gesunde Ernährung?

Verbraucher stehen bei jedem Wocheneinkauf vor der gleichen Frage: Welche Lebensmittel sind gesund und welche Lebensmittel sollten besser nicht im Einkaufswagen landen? Nährwertkennzeichnungen versprechen mehr Transparenz für den Verbraucher. Doch helfen sie tatsächlich?

NutriScore am beliebtesten

Auch die Bundesregierung hat sich Gedanken gemacht, welche Lebensmittelkennzeichnung für die Verbraucher am hilfreichsten ist und sich nach den Ergebnissen einer Umfrage für den Nutri-Score entschieden. Hier werden Lebensmittel je nach der Kaloriendichte und dem Gehalt gesunder und ungesunder Nährstoffe mit Noten von A – E bewertet. Die Bewertung ist gut sichtbar und mit Ampelfarben zur leichteren Erkennung auf der Verpackung abgedruckt.

Ist der Einkauf wirklich gesünder?

Ob der neue Score tatsächlich zu einer gesünderen Ernährung beiträgt, verrät ein Blick auf die Nachbarländer. In Frankreich, wo es den Score schon seit 2017 gibt, untersuchten Wissenschaftler nun die Effekte auf das Einkaufsverhalten in einer Studie. Nachdem fast 700 Probanden ihre Einkäufe mit oder ohne Kennzeichnung der Lebensmittel erledigt hatten, analysierten die Forscher die gekauften Lebensmittel. Die Ergebnisse zeigen, dass die Studienteilnehmer mithilfe des Scores gesündere Lebensmittel ausgesucht haben:

  • Mit Kennzeichnung kauften die Probanden mehr Obst und Gemüse, die viele wichtige Mikronährstoffe enthalten.
  • Die gekauften Lebensmittel enthielten weniger Salz, Zucker und gesättigte Fettsäuren, die in großen Mengen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2 fördern können.
  • Der Kaloriengehalt sank um 10%. Wer weniger Kalorien aufnimmt, beugt Übergewicht vor und schützt sich damit vor vielen Krankheiten, wie Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck, aber auch Gicht und Gelenkschäden.

Was sagt die Politik?

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ist von dem System überzeugt und will die Kennzeichnung schon dieses Jahr einführen. Unternehmen können allerdings selbst entscheiden, ob sie die Bewertung auf ihre Lebensmittel abdrucken. Eine verpflichtende Kennzeichnung ist aktuell noch nicht geplant.

Quelle: DGE, BMEL, Egnell et al. 2019

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