Lachgas greift die Nerven an


Gefährlicher Freizeitspaß
Lachgas greift die Nerven an

Lachgas greift die Nerven an Immer mehr junge Leute berauschen sich mit Lachgas, meist aus damit gefüllten Luftballons. Doch Vorsicht, Lachgas ist alles andere als harmlos. Wer es regelmäßig inhaliert, bringt seine Nerven ernsthaft in Gefahr.

Berauschende Luftballons 

Lachgaspartys greifen um sich: Bei jungen Niederländern ist Lachgas (chemisch Distickstoffoxid N2O) hinter Cannabis und Ecstasy die am häufigsten konsumierte Droge. Experten rechnen damit, dass das Gas auch in Deutschland immer beliebter werden wird. Ein Grund dafür ist, dass es auch legal oft verwendet wird, z. B. in Kartuschen von Sahnespendern, und es sich deshalb leichter besorgen lässt als viele andere Rauschmittel.

Konsumiert wird Lachgas vor allem aus damit gefüllten Luftballons. Beim Inhalieren kommt es zu einem Rausch, manche erleben ein angenehmes Kribbeln und verstärkte Sinneseindrücke, andere eine Art Trance. Der ganze Spaß ist jedoch recht kurz, weshalb auf Lachgaspartys oft massenweise Ballons zum Einsatz kommen.

Angriff auf den B12-Stoffwechsel

Doch Lachgas-Inhalieren ist kein harmloses Vergnügen. Vor allem der chronische Konsum wirkt toxisch auf die Nerven, betonte die Neurologin Anne Bruijnes beim diesjährigen (virtuellen) Kongress der europäischen Neurologengesellschaft. Denn Lachgas stört den Vitamin-B12-Stoffwechsel, wodurch in der Folge der Methioningehalt im Organismus sinkt. Diese Aminosäure ist jedoch notwendig für die Bildung der Nervenhüllen. Ist Methionin nicht ausreichend vorhanden, kommt es zu Nervenschäden wie Polyneuropathie oder sogar Rückenmarksdegeneration. Folge davon sind Missempfindungen und Arm- oder Beinschwächen, im schlimmsten Fall drohen Lähmungen.

Mit Beinschwäche in die Klinik

Mit Missempfindungen und Beinschwäche landeten auch 13 chronische Lachgas-Konsumenten bei Bruijnes in der neurologischen Ambulanz. Behandelt wurden die Patienten mit Vitamin B12. Die meisten erholten sich daraufhin wieder, berichtete die Neurologin. Einige ihrer Patienten hatten jedoch länger Beschwerden und benötigten eine Reha. Möglicherweise gibt es zudem eine hohe Dunkelziffer von Lachgaskonsumenten mit Nervenstörungen, da sich viele aufgrund ihres Drogenkonsums nicht zum Arzt trauen und deshalb nicht behandelt werden können.

Quelle: Ärztezeitung

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